Ironman 70.3 Rapperswil 02.06.2019

Bämmm beim Ironman 70.3 Rapperswill - Sub 5
Veranstalter: Ironman
Strecke: 1,9 km / 90 km / 21,1 km
Höhenmeter Rad: 1100
Personal Best Time: 4:57:32
Platz Gesamt Männer: 359 von 1722
Platz AK M45: 42 von 267
Swim: 33:02 min
T1: 4:43
Bike: 2:44:41
T2: 2:54
Run: 1:32:13

Ankunft und Tapering:

Von den Singletrails zum Triathlon. Bis vor 2 Wochen ballerte ich vermehrt auf den Hometrails und holte mir beim Kaitersbergtrail einen 20. Gesamtplatz auf der 30 km 1400 Hm Strecke. Aber nun hieß es „Winkl goes Triathlon“. Am Freitagmorgen fuhr ich mit Emma vom Tochter/Papa Grassau-Urlaub nach Hause. Mittag radelte ich noch eine Stunde mit dem Tribike, um meine Radperformance zu retten, was daran überhaupt noch zu retten war :-) Später packte ich mein Triathlon Equipment ins Auto und verabschiedete mich von meinen Mäusen. Unterwegs holte ich noch meinen Schwager Hans ab und schon konnte es in Richtung Schweiz an den Zürichsee gehen. Nach einem langen Tag erreichten wir um 20 Uhr Rapperswil-Jona. Ein paar Kilometer entfernt hatten wir im idyllischen Wollerau das Motel Mühle gebucht. Hier wurden wir sehr freundlich empfangen und bekamen ein sauberes, einfach gehaltenes Zimmer. Direkt daneben konnten wir uns noch in einem Restaurant die Abendsonne und eine Kleinigkeit zum Essen genießen. Die Preise waren schweizerisch gesalzen, aber das Essen war lecker :-)

Den Morgen begann ich mit einem 7 km Taperinglauf. Ich fand ein paar coole Trails, wo mich die Schweizer Kühe begrüßten :-) Nach dem leckeren Frühstück fuhren wir nach Rapperswil, wo ich meine Startunterlagen abholte, aber auch die Örtlichkeit der Triathlonveranstaltung genauer unter die Lupe nahm. Das Wasser war eisig, der Ausblick auf die Berge herrlich, der Parkplatz etwas zu weit entfernt, im Großen und Ganzen sah es für den morgigen Wettkampf ganz vielversprechend aus. Zurück im Hotel legte ich noch eine Radeinheit mit ein paar Höhenmeter ein. Später fuhren wir nochmals nach Rapperswil um an der Wettkampfbesprechung teilzunehmen und das Rad abzugeben. Wir trafen viele aus unserem tRi.P.coaching Team, die sich viel für den morgigen Tag vorgenommen hatten. Klar wollten wir im Team natürlich auch eine der vorderen Platzierungen ergattern. Am Abend gab es noch das Championsleague Finale, das Liverpool für sich entschied.

Raceday:

Um 5 Uhr klingelte der Wecker. Nervös war ich schon lange nicht mehr vor Wettkämpfen, dafür hatte ich zu viel Erfahrung. Mir war dieses Mal eher etwas mulmig, da ich viel zu wenig Trainingskilometer auf dem Rad hatte. Die Power in den Haxn ging mir einfach ab. Daran gab es nichts zu rütteln. Trotzdem wollte ich das Rennen mit Anstand hinter mich bringen. Wenn ich unter 5:30 Stunden kommen würde, dann würde ich absolut zufrieden sein. Die 90 Kilometer Radstrecke hat es mit seinen 1100 Höhenmetern in sich und nur 1600 Trainingskilometer in diesem Jahr werden sich rächen, dachte ich. Wie immer checkte ich nochmals mein Bike und pumpte die Reifen auf 10 bar auf. Vor dem Schwimmen in dem eisigem 16 Grad kaltem Wasser grauste mir schon. Dafür war das Wetter traumhaft. Der Schwimmstart lief im Rolling Start Modus, d.h. es wurde sich nach angegebener Schwimmzeit angestanden und alle 5 Sekunden durften 4 Athleten ins Wasser. Nach kurzem Einschwimmen im Freibad stand ich auch schon am Start mit den roten Badekappen (31-33 Minuten) und durfte auch gleich ins Wasser. Mit einer perfekten Arschbombe sprang ich in das Eiswasser. Dank des Adrenalins im Körper fühlte sich das Wasser gar nicht so eisig wie erwartet an und ich kam schnell in den Rhythmus. Es lief richtig gut und ich schwamm in die nächst schnellere Gruppe mit grünen Bademützen. Nach 33:02 Minuten stieg ich aus dem Wasser und lief in die Wechselzone. Hier ließ ich mir Zeit, da ich ohne Stress finishen wollte und nicht annähernd an Bestzeiten dachte. Endlich saß ich dann auf dem Bock und trat in die Pedale. Zuerst ging es ca. 10 Kilometer flach am Ufer des Zürchsees entlang. Wie immer wurde ich von vielen schnelleren Athleten überholt. Wie immer war dies extrem nervig… Dann kam der erste so richtig steile Anstieg zum Witches Hill. Hier fuhr ich meinen Stiefel nach oben und stellte fest das alle die mich gerade überholt hatten, von mir wieder einkassiert wurden. Auf einer kleinen Straße ballerte ich nach unten bis eine 3-4 Kilometer flache Passage kam. Und endlich kam der richtige Berg :-) 400 Höhenmeter drückte ich vorbei an vielen applaudierenden Zuschauern nach oben. Auch hier konnte ich wieder viele Plätze gut machen. Es lief :-) Bergab konnte ich mich erholen. In Aero brauste ich mit teilweise 70 Kmh nach unten und die Kilometer flogen nur so dahin. Zurück am See musste ich wieder flach bis Rapperswil brettern. Viele waren schon in der 2. Runde und kamen mir entgegen. Einmal um den Kreisel und schon war ich auch auf der zweiten Runde. Trotz der vielen Höhenmeter war meine Zeit bombastisch. 1h 20 min. Langsam kam der Wettkampfwinkl immer mehr zum Vorschein :-) Runde zwei machte so richtig Spaß. Ich war nur am Überholen. Am extrem steilen Witches Hill sah ich den ein oder anderen Athleten schieben, denen die Kraft ausging. Bei mir war noch alles im extrem grünen Bereich und ich ballerte nach oben. Schnell war ich wieder auf dem Rückweg nach Rapperswill und nach für mich sensationellen 2h 44 min lief ich in die Wechselzone. Wider Erwarten konnte ich auf 90 km 1100 Höhenmetern fast einen 32 Schnitt halten. Das sah ja vielversprechend für den Ironman in 4 Wochen aus. Ich zog meine Laufschuhe an, erledigte ein kleines Geschäft :-) und ab ging es auf die Laufstrecke. Nach einem Kilometer sah ich zum ersten Mal auf die Uhr und stellte fest das ich tatsächlich die Sub 5 erreichen könnte. Den Halbmarathon müsste ich in nur 1:34 laufen. Dies sollte ja möglich sein. Eigentlich wäre zeitlich noch viel mehr möglich gewesen, wenn ich nicht beide Male in der Wechselzone getrödelt hätte. Nach zwei, drei Kilometern waren meine Füße auf Laufen umgestellt und meine Pace lag bei 4:10 bis 4:20. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns herab. In jeder Verpflegungsstation trank ich Wasser, Cola und nahm einen Schwamm zum Kühlen. Zwei Runden waren zu Laufen und es machte Spaß. Ich überholte und überholte und schob mich in der Platzierung immer weiter nach vorne. Nach der Schlaufe in der Joner Allmeind führt die Strecke entlang der Geleise via der Seedammunterführung in die Rapperswiler Altstadt. Über den Fischmarktplatz ging es zur Schlosstreppe. Hier ballerte ich mit noch immer frischen Haxn die Treppen nach oben. Und schon lief ich in die 2. Runde. Immer wieder ging mein Blick auf die Uhr. Alles noch im Soll, aber langsam wurden auch meine Füße schwerer. Nun begann der Kampf gegen die Zeit. Ich versuchte die Pace bei 4:30 zu halten. Ein letztes Mal drückte ich die Treppen nach oben und lief in den letzten Kilometer. Jetzt stand der Sub 5 nichts mehr im Wege. Mit erhobenen Siegerarmen lief ich in den Zielkanal und grinste über das ganze Gesicht. Personal Best mit 4:57:32. Hammer :-) Den Halbmarathon schaffte ich in 1h 32 min, also in einer 4:24 Durchschnittspace, was ganz ok war. Im Ziel traf ich nach und nach die Athleten von tRi.P.coaching, die alle super Ergebnisse abgeliefert hatten, allen voran mein Coach Ralf Preissl, der sich in der Altersklasse mit Abstand den Sieg holte. Respekt Ralf !!! Mit meinem 42. Platz in der Altersklasse war ich mehr als zufrieden und im Team holten wir den 2. Platz :-) Cool im tRi.P.coaching Team dabei sein zu dürfen. Nach dem Radcheckout machten wir uns wieder auf den langen Nachhauseweg.

Fazit:

Unterschätze nie einen Winkl, egal ob angeschlagen oder in diesem Fall mit wenigen Radkilometern in den Füßen. Es geht immer mehr als man denkt. Nicht annähernd erwartete ich bei den vielen Höhenmetern auf der Radstrecke eine Sub 5 und bämmm, schon war sie da und auch noch in persönlicher Bestzeit. Ein super schöner Wettkampf in einer traumhaften, Schweizer Gegend bei optimalem Wetter…

Ergebnis M45:

Radstrecke:

Zeiten: